Daten und Fakten

Die Ergebnisse der Gesundheitsberichterstattung des Landes sowie der Nationalen Verzehrstudie II 2008 belegen, dass in Sachsen-Anhalt, ähnlich wie in der gesamten Bundesrepublik, unzureichende Bewegung und ungesunde Ernährung Probleme darstellen, die schwerwiegende Folgen bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben und die Sozialsysteme nicht unerheblich belasten. So weisen laut Nationaler Verzehrstudie II 64,3 % der sachsen-anhaltischen Männer (Bundesdurchschnitt 66 %) und 52,3 % der Frauen (Bundesdurchschnitt 51 %) einen Body-Maß-Index von 25 und mehr auf. Adipös sind 18,7 % der Männer und 19,3 % der Frauen. Sachsen-Anhalt liegt bei Sterbefällen verursacht durch Krankheiten des Kreislaufsystems mit 551,5 Verstorbenen je 100.000 Einwohner nach Sachsen an zweiter Stelle (Bundesdurchschnitt 436 Sterbefälle je 100.000 Einwohner). Mit 109,3 Gestorbenen je 100.000 Einwohner hat Sachsen-Anhalt den Spitzenplatz der Bundesländer bei den Sterbefällen durch Herzinfarkt (Berlin 25,7 je 100.000). (vgl. Destatis)

Die Todesursachen, die einen Bezug zu Bewegung und Ernährung haben, sind in Sachsen-Anhalt wie folgt verteilt: Von den 29.151 Sterbefällen im Jahr 2006 betrafen 14.052 Krankheiten des Kreislaufsystems sowie 1.542 endokrine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (Todesursachenstatistik Sachsen-Anhalt 2006). Darüber hinaus verzeichnete Sachsen-Anhalt im Jahr 2006 bei den Patienten ab 65 Jahren 6.564 Krankenhausfälle infolge von Diabetes mellitus, 64.578 Krankenhausfälle infolge von Krankheiten des Kreislaufsystems und 20.846 Krankenhausfälle infolge von Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (vgl. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt. 2006).

Die bevölkerungsbezogene Mitgliederquote in Sportvereinen („Organisiertheitsgrad im Sport“) gibt einen ersten Hinweis auf das Bewegungsverhalten der Landesbevölkerung. Im Jahr 2007 waren 357.037 Menschen Mitglied im Landessportbund Sachsen-Anhalt. Dies sind rund 14.800 Menschen pro 100.000 Einwohner. Für ganz Deutschland liegt die Quote im gleichen Jahr bei 28.830 Mitgliedern und ist somit fast doppelt so hoch wie in Sachsen-Anhalt. Über die geringeren Mitgliederquoten in den Sportvereinen Sachsen-Anhalts gegenüber dem Bundesgebiet ist nur mit Vorsicht eine Aussage zum Bewegungsverhalten der Menschen im Land zu treffen, denn viele Menschen sind sportlich aktiv ohne dabei in einem Verein organisiert zu sein. Der deutlich geringere Organisiertheitsgrad im Sport in Sachsen-Anhalt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist dennoch möglicherweise ein Hinweis darauf, dass sich Sachsen-Anhalts Bevölkerung zu wenig bewegt. (vgl. Landesamt für Verbraucherschutz des Landes Sachsen-Anhalt 2008)

Der Anteil der über 60-Jährigen an der Gesamtmitgliederzahl liegt bei 16 %. Insgesamt sind in der Altersgruppe ab 60 Jahre der Anteil der sporttreibenden Männer und Frauen fast gleich. Dabei sind die bevorzugten Sportarten der Männer Angeln, Gesundheitssport, Fußball, Kegeln, Tischtennis und Sportschießen. Die Frauen nutzen wesentlich mehr als die Männer Gesundheitssportangebote, daneben auch Kegeln und Turnen (vgl. LandesSportBund 2008.)

Zur Alltagsbewegung der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt wird im 5. Gesundheitsbericht (Bevölkerungssurvey) des Landes Sachsen-Anhalt von 2005 Bezug genommen: die Befragten messen den Lebensbereichen Gesundheit und Wohlbefinden zwar einen hohen Stellenwert bei, diese Einstellung bezieht sich jedoch eher selten auf die körperliche Bewegung. Motorisch am aktivsten seien noch die Landbevölkerung, ältere Menschen sowie Angehörige unterer sozialer Schichten, bei denen Gartenarbeit, Fußwege und Radfahren eine wesentliche Rolle spielten. (vgl. Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt 2005)