Zielbereich Zahngesundheit

Ziel
Verbesserung der Zahngesundheit bei der Bevölkerung auf Bundesdurchschnitt

Problem
Karies und Erkrankungen der Mundschleimhäute zählen zu den großen Volkskrankheiten. Untere soziale Schichten sind von oralen Erkrankungen verstärkt betroffen. In den neuen Bundesländern entwickelten sich mit der Wende Rahmenbedingungen, die diesen Prozess verstärkten. Darüber hinaus erhöht sich der Anteil älterer, pflegebedürftiger Menschen, die besonderer Mundhygiene-Maßnahmen bedürfen.

Ursachen
  • Zahnunfreundliche Ess- und Lebensgewohnheiten
  • Mangelnde Kompetenz im Umgang mit dem vorhandenen Ernährungsangebot (zu süß, zu fett, nicht kauintensiv)
  • Dauernuckeln an Trinkflaschen
  • Nichterkennen krankheitsauslösender Verhaltensweisen
  • Unzureichendes Wissen über Zahn- und Mundhygiene und den direkten Zusammenhang mit den Erkrankungen im Zahn- und Mundbereich
  • Überdurchschnittlich große Gruppe mit sozialer Benachteiligung in Sachsen-Anhalt
  • Mangelnde Eigenverantwortung
  • Nicht entwickeltes individuelles Prophylaxeverhalten
  • Sanierungslücken, insbesondere im Milchgebiss
  • Unregelmäßiger Zahnarztbesuch
  • Unzureichende Kenntnis bei Pflegekräften, fehlende bzw. zu geringe Thematisierung in der Ausbildung
  • Fehlende fachrichtungsübergreifende Zusammenarbeit und Abstimmung prophylaktischer Maßnahmen
  • Überforderung vieler Eltern


Ziele
  • Senkung der Karies auf Bundesdurchschnitt
  • Senkung von Gingivitis/ Parodontitis
  • Verbesserung der Datenlage
  • Verbesserung der Information und Aufklärung der Bevölkerung
  • Erhöhung der Inanspruchnahme von zahnärztlicher Individualprophylaxe


Zielgruppen
  • Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit Behinderung
  • Senioren


Messgrößen
DMF-T Index ( Bund und Sachsen-Anhalt, alte und neue Länder im Vergleich)
  • Deutsche Mundgesundheits-Studie
  • Epidemiologische Begleituntersuchungen der DAJ zur Gruppenprophylaxe
  • Oralepidemiologische Daten des Jugendzahnärztlichen Dienstes des ÖGD, Zugang durch einheitliche Programme auswertbar
  • Anzahl und Art der zahnärztlichen Leistungen (nach Zielgruppen)
    • IP Leistungen, Extraktionen, Füllungen, Festsitzender oder herausnehmbarer Zahnersatz , totale Prothesen
    • Entwicklungstendenzen durch Abrechnungszahlen erkennbar
  • Anzahl der Medienberichte


Denkbare Maßnahmen
  • zielgruppenspezifische Modellprojekte
  • landesweite Aktionen
  • Allgemeine und zielgruppenspezifische Informationen und Aufklärung
  • Intensivierung der Individualprophylaxe
  • Stabilisierung der Gruppenprophylaxe und Ausweitung der Intensivprophylaxe
  • Weiterführung und Begleitung des Einlegeblattes und Zahngesundheitspasses
  • Verweis zu zahnärztlicher Früherkennungsuntersuchung in U-Untersuchung
  • Finanzierung der Präventionsmaßnahmen von unter 30 Monate-alten Kindern
  • Intensivierung der Zusammenarbeit mit Kinderärzten zur besseren Erreichbarkeit von unter 30-Monate-alten Kindern
  • Überarbeitung der Prophylaxe- und Betreuungsmodelle in Kitas und Schulen
  • Öffentlichkeitsarbeit


Beteiligte
  • Zahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Vereinigung (Zahnärzte, Zahnmedizinische Fachangestellte)
  • Ärztekammer (insbes. Gynäkologen, Pädiater, Hausärzte)
  • Apothekenkammer
  • Gesundheitsberufe (z. B. Hebammen, Altenpfleger)
  • Gesundheitsämter
  • Hochschulen
  • Krankenkassen
  • Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege
  • Landkreise und kreisfreie Städte
  • Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt e.V.
  • Ministerien (insbesondere Ministerium für Arbeit und Soziales, Kultusministerium)
  • Settings (Kita, Schule, Betrieb, Kommune, Region, Alten- und Pflegeheim)


Datenlagen/Ergebnisse
Gesundheitsberichterstattung Sachsen-Anhalt

Ansprechpartner
Melanie Kahl
» E-Mail