Zielbereich Ernährung

Ziel
Förderung eines gesunden Ernährungsverhaltens und gesunder Ernährungsangebote für die Bevölkerung.

Problem
Eine vollwertige und abwechslungsreiche Ernährung bildet die Voraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Der Körper des Menschen benötigt eine Vielzahl von Nährstoffen. Es gibt kein einzelnes Lebensmittel, in dem alle lebensnotwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge enthalten sind. Damit der Körper diese in der richtigen Menge enthält, müssen die Lebensmittel geschickt kombiniert werden. Die Angebotsvielfalt und -qualität von Nahrungsmitteln haben im Laufe der Jahre einen Standard erreicht, so dass die Wahl oft schwer fällt. Darüber hinaus erfordern veränderte Arbeits- und Lebensbedingungen auch eine Änderung der Energiezufuhr durch Nahrung, der im Lebensalltag nur bedingt Rechnung getragen wird. Der Trend, Fastfood zu verzehren, nimmt ständig zu. Besonders der geringe Preis, die schnelle Zubereitung und die gute Erreichbarkeit sorgen dafür, dass die Menschen weniger selbständig kochen.

Die heutige Lebensweise vieler Menschen ist gekennzeichnet durch die Aufnahme von zu viel Fett, zu viel Süßem, zu viel Salz und zu wenigen Ballaststoffen. Dazu kommen kulturelle Aspekte, Veränderungen im Familienleben, die wachsende Mobilität und Individualität, die Rahmenbedingungen schaffen, die einer gesunden Ernährung abträglich sind. Die Folge davon sind Ernährungsstörungen, die von Unter- bis zu Übergewicht reichen und die Entstehung vielfältiger Krankheiten – z. B. Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Herz- Kreislauferkrankungen, bestimmte Krebserkrankungen, Diabetes mellitus, Karies – begünstigen. Allergiker und Menschen mit Hautkrankheiten z.B. Neurodermitis können einige Nahrungsmittel nicht verzehren und weisen deshalb Mangelerscheinungen auf. Auf diese Personengruppe muss gesondert eingegangen werden.

Ursachen
  • Überangebot von Nahrungs- und Genussmitteln
  • unverständliche Lebensmittelkennzeichnung
  • mangelndes Ernährungswissen
  • mangelnde Einkaufs- und Ernährungskompetenz
  • gesellschaftliches Schlankheitsideal
  • abnehmender Anteil stillender Mütter
  • zunehmender Konsum von Fertignahrung
  • zunehmender Konsum von Fastfood
  • zu süße und zu fette Ernährung
  • fehlendes bzw. ernährungsphysiologisch unausgewogenes Angebot in KiTas, Schulen, Unternehmen u. a. Institutionen
  • ernährungsphysiologisch unausgewogenes Angebot in Gaststätten
  • unregelmäßige und ungesunde Esseneinnahme
  • hohe psychische Belastungen im Alltag


Teilziele
  • Erhöhung des Wissens über gesunde Ernährung
  • Entwicklung und Verbesserung eines gesunden Ernährungsverhaltens
  • Aufbau und Verbesserung gesunder Ernährungsangebote
  • Verbesserung der Datenlage
  • Information und Aufklärung der Bevölkerung über gesunde Ernährung


Ernährung und psychische Gesundheit

Ernährung dient nicht nur der reinen Energieversorgung, sondern kann und sollte Genuss sein, Lebensfreude widerspiegeln und als alltägliches Ritual in Gemeinschaft den sozialen Zusammenhalt beispielsweise in Familien fördern. Auch weisen Studien auf einen Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und mehr psychischer Gesundheit hin. Seelische Faktoren spielen zudem bei Erkrankungen wie Bulimie, Adipositas und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes eine Rolle.

Sowohl der Arbeitskreis Ernährung als auch neue Modellprojekte im Ernährungsbereich werden die präventiven Potenziale gesunder Ernährung für die psychische Gesundheit berücksichtigen.


Zielgruppen
  • Kinder und Jugendliche
  • Arbeitnehmer/innen und Arbeitgeber
  • Senioren


Messgrößen
  • Ergebnisse der Gesundheitsberichterstattung insbesondere zu ernährungsbedingten Erkrankungen
  • Pro Kopf Verbrauch von Lebens- und Genussmitteln
  • Anzahl der erreichten und mitwirkenden bzw. mitgestaltenden Institutionen
  • Befragungsergebnisse (z.B. Mitarbeiterbefragungen in Unternehmen)
  • Kassendaten (z.B. Kuranträge, Ernährungskursteilnahmen)
  • Beteiligung an der Mittagsversorgung in KiTas und Schulen
  • Anzahl der Medienberichte


Denkbare Maßnahmen
  • zielgruppenspezifische Modellprojekte
  • landesweite Aktionen
  • Aufklärung werdender Mütter zum Stillen
  • Fortbildung / Unterstützung / Anregung zur gesunden und abwechslungsreichen Ernährung für Kantinen in Unternehmen, Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen
  • Zusammenführung von Fernversorgern, regionalen Anbietern und Institutionen
  • Anbieterworkshops für gesunde Regionalprodukte
  • Öffentlichkeitsarbeit


Beteiligte
  • Apotheker
  • Arbeitgeberverbände
  • Arbeitnehmerverbände
  • Ärztekammer
  • Berufsgenossenschaften
  • Berufsverbände (z. B. Verband der Oecothrophologen, Verband der Betriebs- und Werksärzte)
  • Ernährungsberater/-beratungen
  • Gesundheitsämter
  • Handwerkskammer
  • Hochschulen
  • Industrie
  • Industrie- und Handelskammer
  • Jugendämter
  • Kirchen
  • Krankenkassen
  • Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt
  • Landesamt für Verbraucherschutz
  • Landkreise und kreisfreie Städte
  • LVG
  • Ministerien (insbesondere Ministerium für Arbeit und Soziales, Kultusministerium, Landwirtschaft, Arbeit/Wirtschaft)
  • Rentenversicherungsträger
  • Schulämter
  • Selbsthilfegruppen
  • Settings (Krankenhaus, KiTa, Schule, Betrieb, Kommune, Region, Alten- und Pflegeheim, Sportverein)
  • Sozialämter


Datenlagen/Ergebnisse
Gesundheitsberichterstattung Sachsen-Anhalt

Ansprechpartner
Mandy Weber
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